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Amyotrophische Lateralsklerose (ALS, Charcot-Krankheit,
Motoneuronerkrankung, MND) ist eine letal verlaufende
Krankheit des motorischen Nervensystems, die durch eine
progressive Degeneration des 1. Und 2. Motoneurons der
Cortex, des Gehirnstamms und des Rückenmarks
charakterisiert ist. ALS hat eine Prävalenz von
4-8:100,000 1). Die Krankheit manifestiert sich
mit asymmetrischer Parese der Arme, Beine oder Hände oder
mit Sprech-
und Schluckstörungen. Die mittlere Krankheitsdauer beträgt
25 Monate, wobei Extremwerte von 6 Monaten und 20 Jahren möglich
sind. Im Krankheitsverlauf kommt es zu weiteren
Muskelatrophien die auf Grund von Ateminsuffizienz oder
Aspirationspneumonie zum Tod führen. In ca. 90%
der ALS Fälle gibt es keinen familiären Hintergrund
(nicht vererbte
oder sporadische
ALS). Das mittlere Erkrankungsalter bei der nicht
erblichen Form der ALS beträgt 56 Jahren.
Ca.
10% der ALS Fälle sind erblich bedingt (familial
ALS, FALS) 2).
Diese Form der ALS hat ein mittleres Erkrankungsalter von
46 Jahren. Es werden 14 Typen der familiären ALS
unterschieden auf der Basis des Erbgangs (dominant,
rezessiv, X-gebunden), des beteiligten Gens oder Genorts,
der Progression der Krankheit und dem Alter in dem
die ersten Symptome auftreten. Zehn FALS Typen werden
autosomal
dominant vererbt:
ALS1, ALS3, ALS4, ALS6, ALS7, ALS8, ALS9, ALS10,
ALS/FTD 9q21-q22, ALS/FTD 17q.
Drei FALS Typen werden autosomal
rezessiv vererbt: ALS2, ALS5, SPG20. Eine X-chromosomale
FALS Form ist beschrieben.
Mit
20% stellt ALS1
die größte Gruppe der familiären ALS Formen dar. Die übrigen
13 FALS Typen vertreten weniger als 4%. ALS1
wird durch Mutationen
im Cu/Zn Superoxid Dismutase 1 Gen (SOD1) verursacht. Einige der Mutationen
zeigen eine Korrelation
mit dem Erkrankungsalter (I113T vs. G93R), der
Dauer des Krankheitsverlaufes (A4V vs. G37R, G41D, H46R,
G93C, E100K), oder der klinischen Manifestation (A4V,
V148G, V148I). Eine Aussage über die phänotypische
Auswirkung bestimmter SOD1 Mutationen ist jedoch durch die
noch geringen Fallzahlen beschränkt. Die ALS Diagnose
erfordert eine umfangreiche klinisch-neurologische
Untersuchung3), die genetische Untersuchung des
SOD1 Gens kann die klinische Diagnose unterstützen.
Das
SOD1 Gen liegt
verteilt über 5 Exone auf 1.6 kB des Chromosoms 21q22.11.
Die vom Gen kodierte zytoplasmatische Superoxid
Dismutase 1 besteht aus zwei gleichen Untereinheiten
mit 154 Aminosäuren. Ihre Funktion ist die katalytische
Umwandlung von Superoxid Radikalen in molekularen
Sauerstoff und Wasserstoffperoxid. Mutationen im SOD1 Gen
üben ihre pathogene Wirkung eher über eine erhöhte
Toxizität durch die veränderte Konformation des Proteins
aus, als durch einen Funktionsverlust 4). Mehr
als 140 SOD1 Mutationen, verteilt über die ganze Länge
der kodierenden Sequenz, sind bislang beschrieben 5).
Über
die PCR-Amplifikation
und Sequenzierung
aller 5 kodierenden Exone und den flankierenden
Intronsequenzen wird das SOD1 Gen auf Mutationen
untersucht.
1)
Traynor
et al. (1999)
Neurology 52:504-509
2) Siddique
and Deng (1996) Hum. Molec. Genet. 5:1465-1470
3)
Brooks et al.
(2000)
Amyotroph. Lateral Scler. Other Motor Neuron. Disord. 1: 293-299
4)
Banci et al.
(2008) PloS
One Feb 27; 3(2):e1677
5)
www.alsod.iop.kcl.ac.uk
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Untersuchungsmaterial bevorzugen wir 0.5 ml
EDTA-Vollblut oder genomische DNA, das ungekühlt an
uns verschickt werden kann. Eine Einverständniserklärung
des Patienten oder der Patientin ist erforderlich. |
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| Ausschluss oder Bestätigung von Mutationen im
SOD1 Gen liegen in der Regel innerhalb von 5 Tagen
nach Eingang des Untersuchungsmaterials vor. |
| Mehr
Information über ALS (in Englischer Sprache) unter Gene
Review und OMIM
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