| Lungen
Surfactant assozierte Genmutationen
|
|
Pulmonary
Surfactant Metabolism Dysfunction: Kongenitale Alveolarproteinose
- Atemnotsyndrom - Interstitielle Lungenkrankheit – Pulmonale
Fibrose
Mutationsscreening von Surfactant
assozierten Genen
ermöglicht eine
frühe, nicht-invasive Diagnose
und Differenzierung von verschiedenen, ernsten Lungenkrankheiten
bei Neugeborenen und Kindern wie die kongenitale
Alveolarproteinose CAP, das Atemnotsyndrom RDS und
die familiäre interstitielle Lungenerkrankung ILS.
In den letzten zwei Dekaden sind Mutationen in Surfactant assoziierten Genen
als Ursache für Fehlfunktionen im Surfactantmetabolismus
beschrieben worden 1-5). Abhängig von den klinischen
Symptomen, ethnischer Herkunft und Alter können diese Gene auf
Mutationen untersucht werden um die klinische Diagnose zu
bestätigen oder auszuschliessen. Der Nachweis von Mutationen in
Surfactant-assoziierten Genen ermöglicht das pränatale Screening
und die genetische Beratung der Familien.
SMDP1: Surfactantprotein B
Defizienz OMIM 265120
Bei SP-B Defizienz entwickeln reife Neugeborene eine terminal verlaufende
Ateminsuffizienz und eine Alveolarproteinose. Patienten können
unter Beatmung 1 bis 2 Monate überleben und reagieren nicht oder
nur vorübergehend auf externe Surfactantgaben.
Betroffene Kinder sind homozygot oder compound heterozygot für
Mutationen im SFTPB Gen auf Chromosom 2p12-P11.2 die zum Fehlen von reifen SP-B
und inkomplett prozessierten Pro-SP-C in der Lunge führen 4.
SP-B Defizienz hat eine Inzidenz von 1 zu einer Million
Lebendgeburten 6. Die häufigste Mutation ist die
121ins2 Mutation im
Exon 4 1.
Der Polymorphismus
Ile131Thr im Exon 4 gilt als Risikofaktor für die
idiopathische pulmonale Fibrose 7 und, assoziiert mit
dem SP-A-2 Allel 6A2 und SP-A1 Allel 1A0,
als Risikofaktor für neonatales RDS 8.
Deletionsvarianten im Intron 4 wurden assoziiert mit
dem Risiko von bronchopulmonaler Dysplasie (BPD) bei
Frühgeborenen 9.
SFTPB hat 10 proteinkodierende
Exone. Bei Verdacht auf SP-B Defizienz werden die am häufigsten
betroffenen Exone des Gens aus der genomischen DNA des Patienten
amplifiziert und sequenziert. Ausschluss oder Bestätigung von
Mutationen in diesen Exonen liegt in der Regel innerhalb von
48 Stunden nach Eingang
des Probenmaterials vor. Die übrigen Exone des SP-B Gens und die
regulatorische Region vor dem Gen so wie die Intronvarianten im
Intron 4 können ebenfalls untersucht werden.
SMDP2: Surfactantprotein SP-C Defizienz
OMIM 610913
SP-C-assoziierte
Lungenkrankheiten nehmen einen variablen klinischen Verlauf und
haben ein unterschiedliches Ausbruchsalter: Von akuter
Präsentation bei der Geburt bis zur Entwicklung einer chronisch
verlaufenden Lungenkrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Patienten entwickeln eine progressiv verlaufende Ateminsuffizienz,
eine interstitielle Lungenkrankheit, Alveolarproteinose,
interstitielle Pneumonitis oder pulmonale Fibrose 3, 10, 11).
SP-C-assoziierte Krankheiten werden autosomal dominant vererbt.
55% der Mutationen sind sporadische
de novo Mutationen4.
Patienten sind heterozygot für Mutationen im
SFTPC Gen auf Chromosom 8p21.
Die Mutationen führen zu einem falsch prozessierten Pro-SP-C und
zum Fehlen vom reifen SP-C in der Lunge. Die häufigste SP-C
Mutation ist Ile73Thr im Exon 3. Polymorphismen im Exon
4 und 5 wurden mit dem Risiko für RDS bei Frühgeborenen assoziiert12.
Bei Verdacht auf SP-C Defizienz oder Fehlfunktion bieten
wir das Mutationsscreening von den 5 proteinkodierenden Exonen und
der regulatorischen Region des SFTPC Gens an.
SMDP3: ABCA3 Defizienz
OMIM 610921
Mutationen im ATP-binding cassette transporter A3 Gen ABCA3 auf
Chromosom 16p13.3 können entweder zu einer progressiven und
terminalen Ateminsuffizienz beim Neugeborenen führen oder zu einer
chronischen Ateminsuffizienz bei Kindern und Erwachsenen 2,
13, 14. Mutationen die zu einem Verlust der ABCA3 Funktion
führen wurden in Fällen von terminal verlaufender neonataler
Ateminsuffizienz gefunden die nicht mit Mutationen im SP-B- oder
SP-C Gen erklärt werden konnten 2. Die klinischen
Symptome sind denen der SP-B defizienten Patienten ähnlich. Kleine,
dichte Lamellarkörper sind charakteristisch für ABCA3 Defizienz
13, 15. ABCA3 defiziente Patienten versterben in der
Regel in den ersten 3 Monaten nach der Geburt.
Einige
Patienten überleben die neonatale Phase und entwickeln eine
chronische Ateminsuffizienz im Kleinkindalter. Bei diesen
Patienten wurden ABCA3 Mutationen gefunden die die Funktion des
Proteins beeinträchtigen, jedoch nicht vollständig unterbinden.
Diese Patienten können mit aber auch ohne Lungentransplantation
überleben15.
ABCA3 Mutationen werden autosomal
rezessiv vererbt. Patienten sind homozygot oder compound
heterozygot für Mutationen die zu ABCA3 Defizienz oder zu
Störungen im Surfactant Phospholipid Transport und Surfactant
Homeostase in der Lunge führen 16.
Die häufigste
Mutation bei älteren Kindern mit chronischer interstitieller
Lungenkrankheit ist
die Glu292Val Mutation im Exon 9 14, 17.
Diese Mutation wird auch mit dem Risiko auf RDS beim Neugeborenen
assoziiert18.
Das ABCA3 Gen hat 30
proteinkodierende Exone. Das Mutationsscreening erfolgt in
mehreren Schritten. Bei
neonataler Ateminsuffizienz: Exon 5, 14, 21, 23, 24, 30, 31,
gefolgt von den verbleibenden 23 Exonen in drei Schritten.
Bei chronischer Lungenkrankheit
und älteren Kindern: Exon 9, gefolgt von weiteren ABCA3 Exonen.
1) Nogee et al.
(1994) J. Clin. Invest. 93:1860-1863. A mutation in the
surfactantprotein B gene
responsible for fatal neonatal respiratory disease in multiple kindreds.
2)
Shulenin et al. (2004) N. Engl. J. Med 350:
1296-1303.
ABCA3 mutations in newborns with fatal
Surfactant deficiency.
3) Nogee et al. (2001) N. Engl. J. Med. 344: 573-579. A
mutation in the surfactant protein C gene
associated familial interstitial lung disease.
4) Hamvas et al. (2007) Neonatology
91:311-317 Genetic
disorders of Surfactant proteins.
5) Wert et al. (2009) Pediatr. Dev. Pathol.
12: 253-274 Genetic disorders of surfactant
dysfunction.
6) Cole et al. (2000) Pediatrics
105:538-541.
Population-based estimates of surfactant protein B
deficiency.
7) Selman et al. (2003) Hum. Genet.
113:542-550 Surfactant protein A and B genetic variants
predispose to idiopathic pulmonary fibrosis.
8) Haataja et al. (2000) Hum. Mol.
Genet. 9:2751-2760
Surfactant proteins A and B as interactive
genetic determinants of neonatal respiratory distress syndrome.
9) Rova et al. (2004) Hum. Mol.
Genet. 13:1095-1104 Data
mining and multiparameter analysis of
lung surfactant protein genes in bronchopulmonary dysplasia.
10)
Tredano et al. (2004) Am. J. Med. Genet.
126A:18-26 Mutation
of SFTPC in infantile pulmonary
alveolar proteinosis with or without fibrosing lung disease.
11) van Moorsel et al.
(2010) Am. J. Respir. Crit. Care Med.
182:1419-1425 Surfactant protein C
mutations are the basis of a significant portion of adult familial
pulmonary fibrosis in a Dutch
cohort.
12)
Lahti
et al. (2004) Eur. J. Hum.
Genet. 12:312-320
Surfactant protein C gene variation in the
Finnish population - association with perinatal respiratory
disease.
13) Bullard et al. (2006) Semin. Perinatol.
30:327-334 ABCA3 deficiency: neonatal respiratory failure and
interstitial lung disease.
14) Nogee, LM (2006) Curr.
Opin. Pediatr. 18:287-292
Genetics of pediatric interstitial lung disease.
15) Doan et al.
(2008) Thorax 63:366-373
Clinical, radiological and pathological features of ABCA3
mutations in children.
16)
Brasch et al.
(2006) Am. J. Respir. Crit. Care Med.
174:571-580
Alteration of the pulmonary
surfactant system in full-term infants with hereditary ABCA3
deficiency.
17) Bullard et al.
(2005) Am. J. Respir. Crit. Care Med.
172:1026-1031 ABCA3
mutations associated
with pediatric interstitial lung disease.
18)
Garmany et al. (2008) Pediatr. Res.
63:645-649
Population and disease-based prevalence of the
common mutations associated with surfactant deficiency.
|
|
|
|
|
|
|
Untersuchungsmaterial: EDTA-Vollblut
oder genomische DNA |
|
Auch eine
pränatale Untersuchung kann durchgeführt werden |
|
Bitte
kontaktieren Sie uns um eine Reihenfolge des SFTPB, ABCA3
oder
SFTPC
Screenings bei
Ihrem Patienten zu diskutieren. |
|
Das
Mutationsscreening bei Surfactant-assoziierten
Lungenkrankheiten steht 7 Tage in der Woche zur Verfügung. |
|
Wir bearbeiten
Anfragen aus dem Bereich der neonatalen Intensivmedizin
mit
höchster Priorität. |
|